Der NGORONGORO-KRATER -Die Arche Afrikas & UNESCO-Welterbe
- Ute Geißler

- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Die Big Five zum Greifen nah – im Amphitheater der Natur…
Mitten im Norden Tansanias, zwischen Serengeti und Lake Manyara, liegt eines der faszinierendsten Naturphänomene Afrikas: der Ngorongoro-Krater. Die gewaltige Caldera – rund 20 km Durchmesser, 259 km² Fläche und über 600 m tief – ist der Überrest eines Vulkans, der vor etwa zwei Millionen Jahren zusammenbrach. Innerhalb der steilen Wände existiert ein geschlossenes Ökosystem aus Wäldern, Savannen und Seen – mit außergewöhnlich hoher Tierdichte. Kein Wunder, dass man den Krater „Arche Afrikas“ nennt.
„Es ist unmöglich, in Worten die Größe und Schönheit des Kraters wiederzugeben.“ – Bernhard Grzimek
Entstehung & Geologie – Das Amphitheater der Natur
Der Ngorongoro ist keine gewöhnliche Kratermulde, sondern eine Caldera – also der eingestürzte Kegel eines ehemaligen Supervulkans. Seine steilen Hänge, bis 2 300 m ü. M., bilden eine natürliche Barriere, die das Leben im Innern schützt und zugleich wie eine riesige Schüssel wirkt: Die Wolken bleiben hängen, Feuchtigkeit staut sich, und so entsteht ein außergewöhnlich fruchtbares Mikroklima.
Der Boden wechselt von dichtem Buschland über offene Grasflächen bis zu alkalischen Seen – eine Miniatur-Version ganz Ostafrikas auf engstem Raum.
Tierwelt – Big Five, Raubkatzen & Flamingos
Der Ngorongoro-Krater gilt als Hotspot der Tierbeobachtung. Er besitzt die höchste Dichte an Wildtieren auf der Welt! Hier leben geschätzt 25 000 Tiere auf engstem Raum – eine Dichte, die selbst die Serengeti selten erreicht.
Typische Bewohner
Löwen, Leoparden und Geparden: Die Raubkatzen sind leicht zu sichten; im Krater lebt eines der stabilsten Löwenrudel Ostafrikas.
Elefanten, Büffel, Nashörner: Drei der „Big Five“ begegnet man fast garantiert, mit Glück auch den seltenen Spitzmaulnashörnern.
Zebras, Gnus und Gazellen: Tausende grasen am Kraterboden – oft direkt neben Löwenrudeln.
Flamingos und Hippos: Sie bevölkern den Lake Magadi, den schimmernden Sodasee im Zentrum. Auch Vogelliebhaber kommen auf ihre Kosten: über 400 Vogelarten, vom Kronenkranich bis zum Riesentrappe gibt es hier zu entdecken.
Menschen & Kultur – Die Welt der Massai
Der Krater ist kein unbewohntes Schutzgebiet, sondern Teil der Ngorongoro Conservation Area, die Mensch und Natur vereint.
Rund Zehntausend Massai leben hier mit ihren Herden – eine einzigartige Koexistenz zwischen Wildtieren und Viehzucht. Massai dürfen im Gebiet weiden, aber nicht im Krater übernachten oder neue Dörfer errichten.
Zu Gast in den Dörfern der Massai, den Bomas, erhalten Sie unmittelbare Einblicke in Rituale, Handwerk und Alltag – eine Begegnung, die bleibt. Entdecken Sie, wie die Massai zwischen Tradition und Moderne leben.
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UNESCO-Welterbe & Schutzgebiet
Seit 1979 steht die Ngorongoro Conservation Area auf der Liste des UNESCO-Weltnatur- und Kulturerbes – wegen ihrer außergewöhnlichen Biodiversität und kulturellen Bedeutung. Die Gräber der deutschen Tierfilmer und Zoologen Michael und Bernhard Grzimek können Sie hier ebenfalls besuchen.
Für Geschichtsinteressierte ist die Olduvai-Schlucht, auch Oldupai-Schlucht genannt, ein Muss. Die rund 50 Kilometer lange und bis zu 90 Meter tiefe Schlucht gilt als Wiege der Menschheit. Forschende entdeckten hier Spuren vormenschlicher Besiedelung, und die archäologischen Arbeiten gehen bis heute weiter. Das Olduvai Gorge Museum präsentiert herausragende Funde kompakt und anschaulich.
Die „Seven Natural Wonders of Africa“
Das Ngorongoro-Gebiet gehört zudem zu den sogenannten „Seven Natural Wonders of Africa“ – einer populären Liste außergewöhnlicher Naturphänomene des afrikanischen Kontinents. Zu diesen Naturwundern zählen der Kilimandscharo, die Serengeti, die Victoriafälle, das Okavango-Delta, der Nil und die Sahara.
This title is not an official UNESCO designation, but it underscores the region’s uniqueness and natural diversity.
Beste Reisezeit & praktische Tipps
Ganzjährig möglich – jede Saison hat ihren eigenen Reiz.
Juni–September (Trockenzeit): klare Sicht, viele Tiere an Wasserstellen; Nächte am Kraterrand kühl.
Oktober–November (kurze Regen): erste Schauer, frisches Grün, weniger Besucher.
Dezember–Februar (grün): Jungtiere, lebendige Vogelwelt, starke Fotomotive.
März–Mai (lange Regen): ruhiger & oft günstiger; Straßen teils schlammig.
Tipp: 2 Tage als kompakte Safari; 3+ Tage für Wanderung, Museum & Kultur – je nach Reisezeit und Interessen.
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Abstecher & Kombinationen
Wanderung am Empakaai-Krater
Etwa eine Stunde nördlich des Ngorongoro liegt der kleinere, geheimnisvolle Empakaai-Krater ein stiller Zwilling mit smaragdgrünem See im Inneren. Ein Pfad führt durch Nebelwald hinab, wo Flamingos über das Wasser ziehen. Die Wanderung dauert rund zwei bis drei Stunden, begleitet von einem Ranger – still, eindrucksvoll, authentisch.
Lake Eyasi – Kultur & Weite
Südwestlich des Kraters, am Rand des Rift Valley, liegt der abgelegene Lake Eyasi. Hier leben die Hadzabe, eines der letzten Jäger- und Sammlervölker Afrikas, und die Datoga, traditionelle Schmiede. Ein respektvoll begleiteter Besuch bietet faszinierende Einblicke in uralte Lebensweisen – ein eindrucksvoller Kontrast zur Tierwelt des Kraters.
Coffee Walk in Karatu
Am Fuß der Ngorongoro Highlands, rund um das kleine Städtchen Karatu, laden Kaffeeplantagen und Farmgärten zu Spaziergängen ein. Hier erfährt man, wie Arabica angebaut, geerntet und geröstet wird – Verkostung inklusive. Ein entspannter Abschluss nach Safari und Kraterabenteuer.
Kombinationen
Perfekt kombinierbar mit Serengeti, Lake Manyara oder dem Tarangire-Nationalpark – die klassische Route des Northern Circuit.
Empakaai, Karatu und Lake Eyasi lassen sich wunderbar als 1–2-tägige Erweiterung integrieren – für alle, die noch tiefer eintauchen wollen.
Entdecken Sie, wie sich der Ngorongoro mit Serengeti, Manyara oder Tarangire verbinden lässt.
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Fazit – Ein Mikrokosmos Afrikas
Der Ngorongoro-Krater vereint auf wenigen Quadratkilometern, was Afrika ausmacht: wilde Natur, uralte Kultur und spektakuläre Landschaft. Wer hier am Kraterrand steht und den Blick über die weite, fast unwirkliche Ebene schweifen lässt, versteht, warum Bernhard Grzimek einst sprachlos blieb:
Größte intakte Caldera Afrikas – 259 km², über 600 m tief
Heimat von über 25.000 Tieren, inklusive Big Five
UNESCO-Welterbe & Wiege der Menschheit
Lebensraum der Massai
Ganzjährig bereisbar – Highlight im Northern Circuit
Erweiterbar mit Empakaai, Karatu, Lake Eyasi
Und am Ende bleibt genau dieses Staunen – oder, wie Bernhard Grzimek sagte: „Es ist unmöglich, in Worten die Größe und Schönheit des Kraters wiederzugeben.“




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